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Fauna

Weißkopf Seeadler

Zu den schönsten und erhebendsten Erlebnissen gehören  immer wieder die Augenblicke, wenn wir die Seeadler bei ihrem majestätischen Gleitflug folgen oder sie bei ihren Aktivitäten beobachten können. Nicht ohne Grund haben die USA dieses Tier zu ihrem Wappentier erkoren. Was sie allerdings nicht gehindert hat, das Tier fast auszurotten. Nur durch die Hilfe Kanadas konnten in den USA wieder stabile Bestände aufgebaut werden.

Regelmäßig um die Mittagszeit nutzen die Adler die Thermik, um ihre Runden zu drehen. Kam vor einigen Jahren nur ein Adler zu Besuch, begann vor zwei Jahren auf der gegenüberliegenden Seite des Sees, in einer uralten Weißkiefer, ein Seeadlerpärchen zu brüten.

Im Frühjahr 2003, also noch vor der Brut, konnten wir schon gleichzeitig bis zu fünf (!) Seeadler gleichzeitig in der Luft beobachten! Davon hatten zwei noch das Jungvogel-Gefieder, das braunweiß gescheckt ist und noch nicht den charakteristischen weißen Kopf ausgeprägt hat. Besonders im Juni und Juli ist es sehr wichtig, sich im Umkreis von etwa 100 Metern um den Horst sehr rücksichtsvoll zu benehmen und keine lauten und hektischen Aktivitäten zu entfalten. Wenn man ruhig mit dem Kanu über den See paddelt wird man dafür oft mit besonderen Erlebnissen belohnt, vielleicht hat man die Gelegenheit, einem Adler beim Baden zuzuschauen oder man wird Zeuge eines Fanges.

Wenn Sie die nur einige Kilometer entfernte staatliche Fischzucht “Frasers Mill” um die Mittagszeit besuchen, haben Sie vielleicht auch das Glück, einem Adler beim Sturzflug auf eines der Becken zu beobachten. Die Bassins mit ihren appetitlichen Bissen üben einen großen Reiz auf die Vögel aus..

Weißschwanz Rehe

sind sehr häufig, manchmal auch in größeren Gruppen, zu sehen. Wenn man Ihnen nicht zu nahe kommt, kann man sie auch über einen längeren Zeitraum beobachten. Wie überall sind auch hier die Rehe dämmerungsaktive Tiere, daher muss man mit dem Auto bei hereinbrechender Dunkelheit überall mit ihnen rechnen. Fahren Sie daher vorsichtig! Das seltsamste Erlebnis in diesem Zusammenhang war für mich, kurz nach dem Zusammenstoß eines kapitalen Rehbocks mit einem Auto an der Unfallstelle vorbeizufahren. Das arme Tier hatte natürlich nicht überlebt und das Auto hatte einen ordentlich gefalteten Kühler. Das war nicht das Besondere. Das Besondere war, dass sich dieser Zusammenstoß in der Stadt, zwischen McDonalds und der RCMP zugetragen hatte!

Für Jäger ist es möglich, eine Abschussgenehmigung zu erhalten. Jedem Einwohner des Countys ist es erlaubt, je Saison ein Reh zu schießen. In der Regel gehen die Einwohner verantwortungsvoll mit dieser Regelung um, aber eine ernsthaft Überprüfung findet nicht statt. Außerdem machen viele von diesem Recht keinen Gebrauch, so dass eine Gefährdung des Bestandes ausgeschlossen ist. Auch findet die Jagd im wesentlichen nur wegen des Fleisches und nicht wegen der Trophäen statt. Ich muss sagen, ein Rehsteak vom Grill ist eine wohlschmeckende Alternative.

Als Waldbesitzer begrüße ich den maßvollen Abschuss, da das Rotwild die Aufforstung mit Laubholz sehr erschwert.

Biber

Wo fließendes Wasser ist, da sind Biber. Im Ohio River, genau gegenüber des Forsthauses, liegt eine Biberburg. Dort, wo der Fluss den See wieder verlässt, hinter der Landzunge auf der anderen Seite, errichtet der Biber regelmäßig einen kleinen Damm, der den Wasserstand im See regulieren soll. Da dieser Damm den Fluss für jeden Bootsverkehr blockiert, wird der Damm mit der gleichen Regelmäßigkeit eingerissen. Dies ist ökologisch jedoch unbedenklich, da ausreichend Wasser für den Lebensraum des Bibers zur Verfügung steht.

Je nach Jahreszeit hat man in der Abenddämmerung Gelegenheit, die Biber im Wasser zu beobachten, die von sich aus zwar vorsichtig, aber auch neugierig sind. So ist jeder Besuch ein gegenseitiges Beobachten, wobei der Biber einen Abstand von ca. 8 Metern niemals unterschreiten wird. Oft kann man auch auf der Terrasse des Forsthauses ein patschendes Geräusch hören. Dies ist ein Warnsignal des ranghohen Bibers an zu übermütige Genossen: er schlägt mit dem flachen Schwanz auf die Wasseroberfläche.

Auch die Biber richten einen ganz ordentlichen Schaden im Wald an. Sie fällen Bäume für ihre Bauwerke und ihre Ernährung. Nachdem ich ursprünglich dachte, dass Biber nur Laubbäume zur Nahrung nutzen, bin ich durch die Erfahrung eines anderen belehrt worden. Dabei machen diese fleißigen Tiere auch vor Baumdurchmessern von 20 cm nicht halt.

Porcupine -Baumstachler-

Ein zwar putzig anzusehendes Tier, ist das Porcupine aber ein Forstschädling ersten Ranges. In seinem Fell verbergen sich lange Stacheln, die jeden Angreifer abwehren. Bewehrt mit scharfen Krallen ist es in der Lage, senkrecht Bäume hinaufzuklettern. Dort frisst das Porcupine im Frühjahr mit Vorliebe die Rinde von Kiefern, Fichten und auch Laubbäumen. Dabei hat es die unangenehme Eigenart, ein Rindenband ringförmig so abzufressen, dass der Baum verkümmern muss. Die ökologische Geduld des Forstmannes wir noch dadurch strapaziert, dass das Porcupine seinen Hunger nicht an einem Baum stillt, sondern an einem Morgen problemlos vier bis sechs Bäume “umbringt”.

Mir persönlich ist es ein Geheimnis, warum diese Viecher dann auch ausgerechnet nur über die gerade gewachsenen wuchskräftigen Bäume (Z-Bäume) herfallen. Das weniger wertvolle Holz, wie Zwiesel oder krumme Bäume, verachten sie.

Mir gibt es jeweils einen Stich ins Herz, wenn ich wieder einen Baum verloren habe, den ich seit vielen Jahren Jahr für Jahr habe wachsen und gedeihen sehen.

Fische

Wo sauberes Wasser ist, da gibt es Fische. Der Ohio River und die umliegenden Seen sind gut mit Forellen und Barschen besetzt. Am besten beobachtet man die Einheimischen, wo sie ihre Angeln auswerfen. ein guter Fleck ist bei der Brücke, die zum Forsthaus führt. Wenn man sich über die Fischvorkommen informieren will, geht das am besten in der nur einige Kilometer entfernten Frasers Mills Fish Hatchery, die über ein kleines Informationscenter mit einigen Aquarien verfügt. Dort werden Fische, im wesentlichen verschiedene Forellen, zum Zwecke der späteren Auswilderung aufgezogen.

Waldameisen

Waldameisen lieben die Wärme und trockene Böden, die sowohl das Graben der unterirdischen Teile ihres Nestes erleichtern. Bauen können. Gleichzeitig gibt es genügend trockenes Baumaterial um die teilweise mächtigen Ameisenhaufen aufzuschichten. Nach einem Kahlschlag bieten die ehemaligen Waldflächen ideale Bedingungen, da die Sonne nun ungehindert bis auf den Boden durchdringt. Zusätzlich bieten die auf dem Boden verbliebenen nicht wirtschaftlich verwertbaren Reste, also Äste, Krummholz usw. eine reiche Nahrungsquelle. Daher nimmt die Anzahl der Ameisenhaufen auf einer solchen Fläche enorm zu. Teilweise sind die Ameisenhaufen nur wenige Schritte voneinander entfernt. Die Zunahme der Ameisenbevölkerungen ist eine wundervolle ökologische Regelung, die die Zersetzung der Biomasse beschleunigt.

Mit Wiedereintritt der natürlichen Sukzession oder mit der Wiederaufforstung beschattet sich der Boden nach einigen Jahren wiederum, so dass viele Ameisenhaufen zunehmend beschattet werden und schließlich bei dauerhafter Beschattung aufgegeben werden müssen. Der Regelkreis der Natur schließt sich und es verbleiben lediglich eine der neuen Vegetation angemessene Anzahl von Ameisenhaufen. Dabei sind die Ameisen nicht ganz wehrlos. Ich musste lernen, dass Ameisen sehr wohl einen Zusammenhang mit Lichtmangel und dem Wachstum von Bäumen herstellen können. Um die Beschattung herauszuzögern oder ganz zu verhindern töten, die Ameisen gezielt den jungen Baum, der ihnen das Sonnenlicht wegnimmt. Sie fressen einen Ring der Baumrinde weg, so dass der Baum absterben muss. Wie ich bemerkt habe, erkennen sie dies wohl nur bis zu einem Abstand von maximal 2 Metern. Dann töten sie durchaus noch einen Baum von sieben Zentimeter Durchmesser. Bäume, die weiter entfernt wachsen sind in Sicherheit. Wobei sie natürlich aufgrund des Einfallwinkels der Sonne dann schon größer sein müssen, um mit ihrem Schatten den Ameisenbau zu erreichen. Ob es also die Entfernung oder die Größe ist, die den Baum schützt habe ich noch nicht untersucht.

Wenn Sie also auf Ihren Spaziergängen einen kleinen vertockneten Baum inmitten gesunder sehen, schauen Sie einmal nach, ob in Richtung des Schattenfalls nicht ein Ameisenhaufen liegt.

Wird fortgesetzt

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