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Forsthaus

Das Forsthaus im Sommer 2001: Ein romantisches komfortables Idyll inmitten einer Lichtung, von Kiefern, Ahorn und Pappeln umgeben und nur durch einen schmalen Waldstreifen vom Seeufer getrennt.

Der Bau der Zufahrtsstraße

1993 begann die Realisierung des langgehegten Traumes von einem eigenen Häuschen. Nachdem ich vorher verschiedene Standorte auf ihre Vor- und Nachteile hin untersucht hatte, viel in diesem Jahr die Entscheidung. Nachdem alle Behördengänge (davon gibt es auch in Kanada eine ganze Menge) positiv abgeschlossen waren, konnte ich eine Firma mit dem Bau der Zufahrtsstraße beauftragen, deren Verlauf ich mir auf Basis von Luftbildaufnahmen ungefähr markiert hatte.

Verständlicherweise wollte ich bei dem Bau vor Ort sein. Während ich mir den Bau relativ simpel vorgestellt hatte, nämlich dass die Planierraupe ein bisschen Oberboden in einer Breite von maximal 5 Metern beiseite schiebt und dann der Boden etwas begradigt wird, musste ich doch lernen, dass eine Straße mehr als ein Stück begradigtes Gelände ist. Das müssen Steigung, Neigungswinkel, Drainage, Querentwässerungen usw. beachtet und berücksichtigt werden. Während der Planierraupenfahrer für eine ganz gerade Anfahrt votierte, konnte ich ihn dann doch davon überzeugen, dass seine Argumente natürlich alle richtig seien, aber dies nun mal ein zurückgezogenes Forsthaus werden sollte und wir Europäer eben dabei eigene Vorstellungen entwickelten. Es ist unglaublich, wie sich die Landschaft selbst beim nur lokalen Einsatz einer Planierraupe verändert. Ich war heilfroh, dass ich jeden Meter überwachen konnte. Ich wüsste nicht, wie die Strasse sonst verlaufen wäre. Jetzt schlängelt sie sich in einer gefälligen, dem Geländeverlauf folgenden S-Kurve den Hügel abwärts. Vielleicht muss ich irgendwann, z.B. wenn ich den neuen Forstweg bauen lasse, ein Teilstück nacharbeiten lassen, wo es etwas flacher sein könnte. Dann wurde am Ende der Straße der Baugrund präpariert. Jetzt war alles für den Bau des Häuschens vorbereitet und der Bau wurde für das folgende Jahr geplant..

Der Hausbau

Schon die Jahre vorher hatte ich mich mit dem Thema Haus auseinandergesetzt und mich nach einem Lieferanten umgeschaut. Da von vornherein für mich nur ein Blockhaus in Frage kam, war die Auswahl der Anbieter letztlich nicht so groß. Ich sprach in der Folgezeit mit allen diesen Herstellern und übergab Ihnen einen Plan und eine Spezifikation meiner Wünsche. Auf Basis dieser Vorgaben erbat ich jeweils ein Angebot. Wichtig war für mich die weitestgehende Verwendung natürlicher Baustoffe.

Noch im Jahr 1994 wurde die Sickergrube vollendet und die weitläufigen Rieselrohre verlegt. Im Vordergrund des folgenden Bildes aus dem Jahr 1995 sieht man einen kleinen Teil der zugeschütteten Anlage und das Belüftungsrohr

Schließlich erteilte ich 1994 den Zuschlag einem lokalen Schreiner. Dies einerseits mit dem Hintergrund, meine Beziehungen vor Ort zu verbessern, als auch bei Reklamationen schneller Erfolg zu haben. Daneben war es auch preislich ein sehr attraktives Angebot. In einem ausführlichen Vertrag (handschriftlich) wurden alle Details aufgeführt, die letzten Änderungen besprochen und der Baubeginn mit dem Gießen des Fundaments für den Herbst festgesetzt. Das Fundament wurde auch so rechtzeitig fertiggestellt, dass es vor dem Winter aushärten konnte. Im Winter breitete der Schreiner die Hölzer für den Bau vor, damit im Frühjahr 1995 der eigentliche Bau begonnen werden konnte. Im Mai reiste ich wie abgesprochen nach Kanada, um den Innenausbau in der Endphase im Detail mit zu gestalten.

Dass nicht alles so glatt lief wie abgesprochen, werden die wissen, die schon einmal ein Haus gebaut haben. Vielleicht werde ich diese Seiten später um eine ausführlichere Geschichte ergänzen. Viele Dinge sieht man auch in Kanada und den USA nicht so eng. Soviel sei gesagt, dass das Haus natürlich bei meinem Besuch noch längst nicht so weit fortgeschritten war wie vereinbart. Aber meine Präsenz sorgte dann doch dafür, dass einiges, wenn auch nicht alles, aufgeholt wurde.

Zwei Beispiele für gestalterische Freiheit des Schreiners:

  1. Natürlich hatte ich in meine Zeichnung nicht so eine “geknickte” Dachkonstruktion eingezeichnet. vielmehr sollte der Giebel in der Mitte des Hauses liegen und das Dach in beide Richtungen gerade abfallen. Für einen einfachen Kanadier des flachen Landes ist so ein Wunsch aber nicht nachvollziehbar, denn Dach ist Dach und weil es für den Schreiner bedeutet hätte, asymmetrisch zu konstruieren, wofür er (meine feste Überzeugung) einfach zu faul war, hat er die Knickvariante gebaut. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt.
  2. Vertraglich war der Bau aus Zedernholz zu errichten. Als ich kam, war Hemlock verbaut worden. Natürlich ohne mir die Monate vorher, vor Einkauf und Zuschnitt des Holzes etwas davon zu sagen. Nun ist Hemlock ein sehr widerstandsfähiges und alterungsbeständiges Holz und somit ein sehr gutes und äquivalentes Material, aber es entspricht eben nicht dem Vertrag. Ich vermute, dass es einfach billiger im Einkauf war. Wenigstens im Innenausbau konnte ich dann doch noch in Teilen den Einsatz von Zedernholz durchsetzen.

Insgesamt muss ich jedoch sagen, dass ich - wohl aufgrund meiner doch schon breiten und langjährigen Beziehungen und gewachsenen Freundschaften in der Gegend, nicht so über den Tisch gezogen wurde, wie viele andere Deutsche, die dort ein Häuschen bauen.

Wird fortgesetzt.

 

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